Kaufst du noch…

… oder kreiselst du schon?

Wie sehr einen doch die Kindheit prägt, merke ich am Stärksten beim Thema Second-Hand und Flohmärkte. Denn ich habe doch irgendwie ein Trauma diesbezüglich! Zwar wurde mir als Kind recht schnell klar, dass beim Besuch der Flohmärkte auch für mich etwas rausspringen konnte, aber dieses Gedränge, diese teils sehr komischen Sachen auf den ganzen Tischen und das Handeln meiner Mutter waren dann doch negativer. Zumal am Ende ich meist eh nicht das bekam, was ich wollte.

Irgendwann im Leben kommt man dann ja zum Glück in die Phase, in der man selber über seinen Konsum entscheiden kann, erstmal in der Testphase mit Taschengeld, später dann mit Bafög & Selbstverdientem. Dabei mussten bei mir die Dinge dann vor allem eines sein: NEU. Klar sparen will ich als Schwabe natürlich trotzdem und dank mittlerweile ganzjährig erlaubten Schlussverkauf (ja als Kind der 80er kenne ich auch noch das Erlebnis des wahren SSVs und WSVs 😉 ) ist das ja auch kein Problem. So ungeduldig ich sonst auch bin, wenn es um den magischen 50% Rabattaufkleber für mein neues Lieblingsteil geht, kann ich gerne einige Wochen oder auch Monate warten. Da nehme ich auch das Risiko in Kauf, am Ende leer auszugehen da meine Größe ausverkauft ist. Denn viel schlimmer ist nämlich das Gefühl beim Shoppen zu entdecken, dass man für das gleiche Teil erst vor 2 Wochen noch den vollen Preis gezahlt hat, es natürlich zwar bereits gewaschen ist und somit das Preisschild schon entfernt wurde, aber noch nie getragen wurde.

Aber mit dem Alter wird man ja bekanntlich weiser. Verstärkt wurde dieser Effekt bei mir vor wenigen Wochen, als ich von unseren super lieben Nachbarn eine alte Holzkommode geschenkt bekommen habe. Wollte schon seit längerem in meinem Zimmer etwas verändern und das war nun die Möglichkeit. Einziger Nachteil, die neue Kommode hatte weniger Platz als meine bisherige. Schon fing das Hin- und Hergeräume in meinem kleinen Reich an und endete mit der Gewissheit, dass ich aussortieren musste.

Für mich, die selbst zu einer H&M-Unterhose eine emotionale Bindung aufbaut – da ich sie ja beim Shoppen in Berlin im Supersale gefunden habe – oder die selbst aus der hässlichsten Lidschattenfarbe aus der xy-Beautybox ein – das kann man ja sicher mal für eine Mottoparty brauchen – macht, ist das natürlich eine etwas schwierigere Aufgabe. Und selbst wenn ich mich von ein paar Sachen trennen konnte, kam dann die Frage nach dem wohin… Wegwerfen? UNMÖGLICH! In den Keller? Nicht empfehlenswert. Verschenken? Wem könnte das denn aus meinem Umfeld gefallen… In mein altes Kinderzimmer? Derzeit 600 km entfernt und schon wegen Überfüllung geschlossen.

Da ich aufgrund der Entsorgung gewisser Altlasten gerade sowieso mit Ebay Kleinanzeigen angefangen hatte, warum nicht auch für anderes verwenden. Schnell zeigte sich aber das Problem, dass Kosmetik dort nicht erlaubt ist und für Kleidung wohl zudem nicht der richtige Ort ist. Daher habe ich mich nun bei Kleiderkreisel.de angemeldet. Eine Plattform auf der kostenlos gebrauchte aber auch neue Kleidung, Accessoires und Kosmetik verkauft, getauscht oder verschenkt werden kann. Und als Warnung vorweg, es macht echt süchtig! Zwar habe ich bisher erst wenige Teile verkauft/verschenkt, aber trotzdem ist mein innerer Schweinehund überwunden und ich sortiere freiwillig aus. Klar die Versuchung bei den tollen Sachen schnell wieder dem Kaufrausch zu verfallen ist gegeben, aber noch habe ich mich ganz gut im Griff und kann widerstehen! In der kurzen Zeit bisher habe ich nur gute Erfahrungen gemacht und echt nette Leute „kennengelernt“, aber diverse Threads im Forum zeigen auch, dass sich natürlich auch Betrüger auf einer solchen Plattform bewegen. Trotzdem eine tolle Sache und mal schauen wie lange mein Kreiselfieber andauern wird… 🙂

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2 Gedanken zu “Kaufst du noch…

  1. Das kenne ich nur zu gut 🙂 aber manchmal wirkt das Aussortieren echt total befreiend. Schade ist nur, dass man viele Teile (vor allem No-Name-Sachen) schlecht wegbekommt und ich beim Tauschen schon meine Ware nicht bekommen habe. Bin ja echt mal für eine große Tauschbörse, so wie auf einem Flohmarkt, nur wird nicht ver- und gekauft, sondern getauscht. Viel Erfolg noch beim Ausmisten ;-))))) PS: mein Profil bei KK ist dddiy falls du mal stöbern magst 😉 Lg Denise

    • Stöbern klingt immer gut, werde ich auf jeden Fall machen 🙂
      Ja ne reine Tauschbörse vor Ort ist die beste Lösung, in größeren Städten gibt es das ja auch schon, teilweise auch nur für bestimmte Kleidergrößen. Aber ich muss erstmal etwas Platz schaffen bevor wieder „Neues“ einziehen darf 😉
      LG Monika

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